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DIN 16742 · Spritzguss · DFM

Kunststofftoleranzen nach DIN 16742 sicher bewerten

Maßhaltige Spritzgussteile beginnen mit einer realistischen Toleranzauslegung. Wir analysieren Bauteilgeometrie, Wandstärken, Material und Werkzeugkonzept, bevor die Formenfreigabe erfolgt.

Technische Einordnung

TG1–TG3

Engste Maßhaltigkeiten mit erhöhtem Prüf- und Prozessaufwand.

TG4–TG6

Üblicher Standardbereich für technische Spritzgussteile.

TG7–TG9

Größere Abweichungen für weniger kritische Funktionsmaße.

Normgerechte Auslegung

Toleranzgruppen TG1 bis TG9 im Überblick

DIN 16742 beschreibt neun Toleranzgruppen, die sich an der realen Schrumpfung und Verarbeitbarkeit thermoplastischer Werkstoffe orientieren. Die Zuordnung erfolgt immer bauteilspezifisch anhand von Wandstärke, Geometrie und Material.

TG1–TG3 eng

Für besonders enge Maßhaltigkeiten. Die Machbarkeit muss mit Werkstoff, Konstruktion und Prozessführung abgesichert werden.

TG4–TG6 Standard

Der typische Bereich für technische Spritzgussteile. Die konkrete Gruppe wird anhand der Funktion und Bauteilgeometrie festgelegt.

TG7–TG9 größer

Für weniger kritische Funktionsmaße, bei denen größere Abweichungen konstruktiv akzeptiert werden können.

Wichtig für die Anfrage

Standardmäßige Spritzgussauslegung erfolgt häufig mit TG4 oder TG6. Unter TG4 liegende Anforderungen benötigen eine zusätzliche technische Prüfung und dürfen nicht pauschal zugesagt werden.

Zeichnung besprechen

Werkzeug und Bauteil gemeinsam denken

Formenbau-Toleranzen NW und ihre Auswirkung

Neben den Teiletoleranzen definiert die Norm Fertigungstoleranzen für den Werkzeugbau. Diese NW-Werte beeinflussen die Wiederholgenauigkeit über mehrere Schusslagen und werden bereits in der CAD-Phase berücksichtigt.

  • 1 Einsätze und Kerne werden mit den relevanten NW-Werten konstruiert.
  • 2 Werkzeugkorrekturen werden durch eine frühe Toleranzbetrachtung minimiert.
  • 3 Bauteil-, Werkzeug- und Prozessgrenzen werden gemeinsam bewertet.
Präzisionswerkzeug für technische Spritzgussteile

DFM vor Werkzeugfreigabe

Wandstärkenanalyse und Schrumpfungsverhalten

Kunststoff kühlt nicht überall gleich schnell ab. Gleichmäßige Wandstärken reduzieren Verzug und Spannungen, während abrupte Dickenübergänge und Rippen kritische Maßabweichungen begünstigen können.

DFM-Prüfung anfragen

01 · Geometrie

Kritische Übergänge erkennen

Wanddickenwechsel, Rippen und funktionskritische Bereiche werden in der DFM-Prüfung identifiziert.

02 · Material

Schrumpfung realistisch einordnen

Werkstoff und Verarbeitung bestimmen, welche Toleranzgruppe technisch sinnvoll ist.

03 · Prozess

Kühlraten berücksichtigen

Unterschiedliche Kühlraten können Verzug und spätere Maßabweichungen verursachen.

04 · Dokumentation

Empfehlungen festhalten

PartsMake dokumentiert empfohlene Anpassungen vor der Werkzeugfreigabe.

Vom Werkzeug bis zur Baugruppe

Fertigungskapazitäten für Zeichnungsteile

CNC-gefräste und erodierte Formen werden in China gefertigt und vor Ort abgestimmt. Unterschiedliche Verfahren und Nachbearbeitungsschritte lassen sich innerhalb einer Lieferkette koordinieren.

Spritzgussverfahren

1K- und 2K-Spritzguss, Insert Molding sowie Overmolding.

Maschinengrößen

Schließkräfte von 50 t bis 1 800 t für unterschiedliche Bauteilgrößen.

Werkstoffe

PA, PBT, POM, PC, PPS und PEEK sowie weitere technische Kunststoffe.

Nachbearbeitung

Mechanische Bearbeitung, Eloxieren von Metall-Inserts und Baugruppenmontage.

Prüfung und Nachweis

Messbare Qualität für Serienbauteile

Serienbegleitend werden Maßprüfungen mit Koordinatenmessgeräten, optischen Systemen und Rauheitsmessungen durchgeführt. Erstmusterprüfberichte und Materialnachweise schaffen eine belastbare Dokumentationsbasis.

Messverfahren

Koordinatenmessgeräte, optische Systeme und Rauheitsmessungen.

Dokumente

EMPB/FAI und Materialzeugnisse nach EN 10204 3.1.

Erweiterte Absicherung

Bei Anforderungen unter TG4 werden zusätzlich Formfüllsimulationen und Temperaturmessungen im Werkzeug eingesetzt.

Ein Ansprechpartner für kombinierte Fertigung

Viele Bauteile verbinden Spritzguss mit CNC-Bearbeitung, Blechkomponenten oder Oberflächenbehandlung. PartsMake koordiniert diese Schritte innerhalb einer Lieferkette und liefert komplette Baugruppen.

01

Werkzeugbau

CAD-basierte Berücksichtigung von NW und DFM-Hinweisen.

02

Spritzguss

Technische Bauteile in 1K, 2K, Insert Molding und Overmolding.

03

Baugruppe

Nachbearbeitung, Oberflächenbehandlung und Montage aus einer Hand.

Praxis und Anwendung

Typische Einsatzbereiche

DIN-16742-gerechte Zeichnungsteile kommen in vielen Anwendungen des Maschinen- und Gerätebaus zum Einsatz.

Gehäuse für Automatisierungskomponenten
Halterungen für Sensorik
Kühlkörper mit integrierten Kanälen
Abdeckungen für Prüfstände

Prototyp und Serie beim gleichen Partner

Entwicklungsabteilungen können Prototypenwerkzeuge und spätere Serienwerkzeuge gemeinsam realisieren und dadurch die Abstimmung zwischen mehreren Fertigungspartnern reduzieren.

Technische Fragen

Häufige Fragen zu DIN 16742

Zeichnung und Anfrage

Toleranzen vor der Werkzeugfreigabe klären

Laden Sie Ihre CAD-Daten und gewünschten Toleranzangaben hoch. Wir prüfen die Zuordnung zu den Toleranzgruppen, bewerten die Machbarkeit und erstellen innerhalb weniger Tage ein verbindliches Angebot inklusive DFM-Hinweisen.

Kontakt:

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